Jens Spahn wird Vater per Leihmutter – trotz früherer Skepsis gegenüber diesem Modell

 

In einem Schritt, der für breite Diskussionen sorgt, hat der CDU-Politiker Jens Spahn bekanntgegeben, dass er mithilfe einer Leihmutter in den Vereinigten Staaten Vater geworden ist. Was die Nachricht besonders aufsehenerregend macht, ist die Tatsache, dass Spahn sich in der Vergangenheit ausdrücklich skeptisch gegenüber genau diesem Modell geäußert hatte.

Im Jahr 2015 schrieb Spahn in der deutschen Ausgabe des „GQ"-Magazins: „Als schwuler Mann und Christ kann ich mich persönlich nur sehr schwer mit der Idee eines gemieteten Mutterbauchs anfreunden." Klare Worte, die damals eine religiös und ethisch geprägte Haltung widerspiegelten.

Doch die Diskrepanz beschränkt sich nicht allein auf seinen persönlichen Sinneswandel. Auch die Linie seiner Partei steht dazu im Widerspruch. Beim CDU-Parteitag im Februar 2026 in Stuttgart bekräftigten die Delegierten das bestehende Verbot der Leihmutterschaft – selbst in altruistischen, nicht kommerziellen Modellen. Damit befindet sich Spahn in einem offensichtlichen Spannungsverhältnis sowohl zu seinen früheren Aussagen als auch zur offiziellen Position seiner Partei.

Dieser Widerspruch wirft grundlegende Fragen auf: über das Verhältnis zwischen persönlicher Überzeugung und öffentlich vertretenen politischen Positionen – und darüber, wie weit das, was Politiker öffentlich fordern, mit dem übereinstimmt, was sie privat für sich selbst wählen.

Quellen: GQ, 18.03.2015 / CDU-Parteitagsbeschluss, 20.–21.02.2026 / ZDF, 16.07.2026